Helden der Kindheit

Wer ist Euer »(Fernseh-) Held der Kindheit«? Wir haben mal in unserer Redaktion rumgefragt und da gab es Antworten von »Hase Cäsar« über das »Krümelmonster« bis hin zu den »Duck Tales«.
Diese und weitere Helden könnt Ihr Euch bis zum 23. Februar im Stadtmuseum Gütersloh ansehen.

Denn hier versammeln sich u.a. Ernie und Bert, Sandmännchen und Pittiplatsch oder Pippi Langstrumpf und Michel aus Lönneberga. Sie sind seit mehreren Generationen treue Begleiter aller Kinder, die in ihrer Freizeit fernsehen (oder neuerdings auch »streamen«) dürfen. Die Ausstellung »Helden der Kindheit« zeigt nicht nur die kleinen und großen Helden, sondern erzählt auch die Geschichte des deutschen Kinderfernsehens.

Bereits 1951, noch bevor das »Deutsche Fernsehen« bundesweit auf Sendung ging, gab es im TV-Programm des Nordwestdeutschen Rundfunks die erste »Kinderstunde«. Zwei Jahre später produzierte die Augsburger Puppenkiste »Peter und der Wolf« für das noch junge Medium, und als erster deutscher Zeichentrickfilm wurde »Kalif Storch« ausgestrahlt. Das »Sandmännchen« führte Ende der 1950er Jahre, zehn Jahre vor der Mondlandung, zu einem Wettlauf zwischen Ost und West, bei dem die DDR die Nase vorne hatte: Das Sandmännchen des Deutschen Fernsehfunks ging eine Woche vor seinem westdeutschen Zwilling des Senders Freies Berlin auf Sendung.

Ab 1970 war Fernsehen endgültig das Massenmedium für Jung und Alt. Kinderserien wie »Urmel aus dem Eis« und die »Rappelkiste« sind heute Kult, andere wie »Sesamstraße« oder »Die Sendung mit der Maus« laufen noch immer. Im eigens eingerichteten Pan-toffelkino können sich Nostalgiker nicht nur über Fernsehhelden, sondern auch über Fern-seher und Wohnzimmereinrichtungen aus vergangenen Jahrzehnten freuen. Im zweiten Ausstellungsraum, der »Puppenstube«, kann man dann seinen Kindheitshelden leibhaftig begegnen. Hier werden nämlich mehr als 100 Figuren aus der großen privaten Handpuppensammlung von Christa und Irmgard Pastors gezeigt. Die Zwillingsschwestern sammeln seit 30 Jahren Handpuppen. Ihre Schatzkammer umfasst mehr als 2000 Exemplare.

Die Puppen spiegeln auch ein wenig den Zeitgeist wider. Die Ausstrahlung der Sesamstraße sorgte in Deutschland zunächst für reichlich Diskussionen (herumhampelnde Puppen! Ausgehungerte Krümelmonster! Aufmüpfige Kinder!). Nur wenige Monate nach dem Start 1973 war 

die Serie die meistgesehene Sendung Deutschlands. Das Sandmännchen zeigt auch die absurden Seiten: Denn in Zeiten des Kalten Krieges setzte die DDR-Regierung alles daran, ihren niedlichen Schlafbringer erstmals am 22. November 1959 in die guten Stuben zu schicken – eine Woche vor dem geplanten TV-Start des Westkollegen. In den 70er Jahren klärten Ratz und Rübe aus der »Rappelkiste« über Sexualiät und Migration auf. Und die »Sendung mit der Maus« erklärte die Welt.

Während die Eltern (vielleicht) in nostalgischen Erinnerungen schwelgen, können die ganz Kleinen sich die Zeit in Mal- und Lesestationen rund um die Helden der Kindheit oder im »Takatuka-Land« mit Piratenschiff und Hüpfpferdekoppel die Zeit vertreiben.