Carl zu Besuch bei Hanne Heutlass

Was macht eigentlich Hanne Heudtlass?

Hanne Heudtlass ist – wie man so schön sagt – ein Gütersloher Urgestein. Sie war aktiv in der Kulturszene, engagierte sich politisch und war aus Gütersloh eigentlich nicht wegzudenken. Doch dann kam die Liebe dazwischen und Hanne zog nach Kassel, wo sie jetzt seit fünf Jahren wohnt.

Mit dem neuen Wohnort hat sie sich auch einen neuen Namen zugelegt. Hanne hat nämlich vor zwei Jahren geheiratet, und zwar den Mann, der der Grund für ihren Umzug nach Kassel war. Sie heißt jetzt Roy mit Nachnamen und ist mit ihrem Angetrauten, Rudi, dort sehr glücklich. Viele werden Hanne aus »ihrer« Weberei- Zeit kennen. Außerdem leitete sie lange Jahre das  ServiceCenter der Gütersloh Marketing GmbH, war an der Theaterkasse und engagierte sich für die Veranstaltungen am Dreiecksplatz. Nach ihrem Umzug nach Kassel arbeitete sie noch zwei Jahre in der dortigen VHS und ging dann in den Ruhestand. Der ist – wie bei Hanne nicht anders zu erwarten – ein Unruhestand. Denn sie ist fast noch aktiver als jemals zuvor. Frei nach ihrem Leitspruch: »Spontaneität ist das Wichtigste im Leben. Man muss jede Tür nutzen, die sich einem öffnet.  

Zunächst machte sie mit 63 Jahren den Führerschein, um das gemeinsame Wohnmobil (legal) steuern zu können. Dann trugen sie und ihr Mann sich beim Seniorenexperten-Service ein. Zum einen, um anderen etwas zurückzugeben, und zum anderen, um die Welt weiter kennenzulernen. Der erste »Auftrag« führte direkt nach Malawi ins Dorf Lusangazi. Rudi, der gelernter Schreiner ist, brachte den Männern den Umgang mit Holz bei. Hanne engagierte sich in der dortigen Bäckerei in Sachen Marketing. Beide mussten allerdings feststellen, dass in Afrika ganz andere Maßstäbe gelten. Die Menschen dort leben von Tag zu Tag und mit viel größerer Gelassenheit. Und Hanne findet, dass man sich viel davon für sein eigenes Leben abschauen kann. Auch privat sammelt das Paar Spenden.  Für die Aktion »Wasser für Phutula« konnte Geld für die Einrichtung von drei Wasserstellen gesammelt werden. Damit bleiben den stark belasteten Frauen kilometerlange Wege zu den oft weit entfernten Wasserstellen erspart.

 

 

Hanne und Rudi halfen mit beim Aufbau einer Secondary School, legten eine Tomatenplantage an, kauften ein Taxi und eine Kuh. Weiterhin wurde eine Baumpflanzaktion mit 700 Setzlingen durchgeführt. Weitere Projekte sind in Planung.

Doch Hanne wäre nicht Hanne, wenn sie noch ganz viele weitere Sachen unternehmen würde. Regelmäßig ist sie auf Radtouren – eine davon führte sogar von Kassel nach Gütersloh, wo sie immer noch gerne und regelmäßig ist. Mit dem Wohnmobil waren Hanne und Rudi schon auf Skandinavientour und haben die Balkanküste bis nach Griechenland
bereist. Weitere Touren in Europa und bis nach Marokko sind geplant. Und auch ohne Wohnmobil ist Hanne weltweit auf Achse. Sie besuchte ihren jüngsten Sohn, der auf Weltreise war, auf seiner Station in Südamerika und lernte Bolivien und Peru als Backpackerin kennen. Diese Art zu reisen hat sie so begeistert, dass sie als Rucksacktouristin im nächsten Jahr Asien kennenlernen will.  3

Wenn sie nicht unterwegs ist, genießt Hanne ihr schönes Haus mit dem großen Garten, in dem ein sehr dekorativer Zirkuswagen steht. Außerdem sind da noch die sieben Kinder und demnächst fünf Enkel, um die sie und ihr Mann sich gerne kümmern.  In Kassel hat sie sich schnell eingelebt. Die Stadt sei nur doppelt so groß wie Gütersloh und hätte sich ihr schnell erschlossen. So ist sie mittlerweile Mitglied in einem Kochclub (hatten wir schon erwähnt, dass Hanne gerne und gut kocht?), macht Yoga oder geht Wandern und freut sich über ihr selbstbestimmtes Leben.

Die Liebe zur Kultur ist auch in Kassel geblieben, das über eine großartige Kulturszene verfügt. Hanne ist hier auch privat aktiv und lädt einmal im Jahr zum Sommerfest mit regionalen KünstlerInnen in ihren großen Garten ein.

Der Kontakt in die alte Heimat ist geblieben oder – wie Hanne auch sagt – ihr Herz gehört zur Hälfte Gütersloh. Regelmäßig besucht sie ihre Kinder und Freunde und ist u.a. einmal im Jahr auf dem Weihnachtsmarkt bei Roggi anzutreffen, wo sie Glühwein ausschenkt. So ganz ohne Gütersloh geht es halt nicht.